Cordoba

Geschichte

Das heutige Córdoba geht auf eine uralte iberische Siedlung zurück, die sich an der gleichen Stelle befand. Im Jahr 169 v. Chr. fiel es in die Hand der Römer, unter denen es seine erste Blütezeit erlebte.

„Corduba“, so der lateinische Name, entwickelte sich zu einer großen Stadt und wurde zu einem der bedeutendsten Zentren der iberischen Halbinsel. Nach dem Ende der römischen Herrschaft verlor es zunächst zunehmend an Bedeutung, die es allerdings nach der Eroberung durch die Mauren wiedererlangte.

Im Mittelalter war Cordoba eine der größten Städte der Welt und vereinte alle drei großen Religionen. 1236 fiel die Stadt zurück in die Hände der Christen. Obwohl im Rahmen des Spanischen Unabhängigkeitskrieges zu Beginn des 19 Jahrhunderts größere Schäden an der historischen Bausubstanz entstanden, blieben bis heute zahlreiche Sehenswürdigkeiten aus allen Epochen in Córdoba erhalten. Die historische Altstadt gehört heute zum Weltkulturerbe der UNESCO.

Sehenswürdigkeiten

Mezquita-Catedral

Das bedeutendste Bauwerk von Cordoba ist die Mezquita-Catedral, eine heute römisch-katholische Kathedrale, die ihren Ursprung im achten Jahrhundert hat und ursprünglich eine Moschee war. Die Mezquita-Catedral ist insgesamt 23.000 Quadratmeter groß und beinhaltet neben einer riesigen Gebetshalle auch einen Innenhof. Das Innere des Gebäudes ist berühmt für seine einzigartige Architektur mit Hufeisenbögen, die die insgesamt 856 Säulen miteinander verbinden, die das Dach tragen. Fertiggestellt wurde die ursprüngliche Moschee im Jahr 987, die Umwidmung zur christlichen Kirche erfolgte im Jahr 1236 nach dem Sieg der kastilischen Truppen gegen die Mauren. Das frühere Minarett ist seitdem ein Glockenturm.

Alcázar de los Reyes Cristianos

Mit dem Alcázar de los Reyes Cristianos verfügt Córdoba zudem über ein ausgesprochen sehenswertes Residenzschloss, das unter dem kastilischen König Alfonso XI. errichtet wurde. Der Bau, der im Jahr 1328 fertiggestellt wurde, diente im Jahr 1483 zeitweise als Gefängnis des Kalifen Boabdil, der sich aber schließlich nach Marokko zurückzog. Vor dem heutigen Schloss befanden sich bereits andere Prachtbauten an der gleichen Stelle, woran unter anderem römische Mosaike erinnern, die sich bis heute besichtigen lassen. Besonders sehenswert sind auch die Badeanlagen, die im arabischen Stil gehalten sind. Von den ursprünglich vier Türmen des Alcázar de los Reyes Cristianos sind heute noch drei erhalten.

San Nicolás de la Villa

Eine bedeutende ursprünglich christliche Kirche in Córdoba ist San Nicolás de la Villa. Obwohl große Teile des heutigen Bauwerks auf das 17. und 18. Jahrhundert zurückgehen und im Stil der Renaissance und des Barock gehalten sind, ist die ursprüngliche Kirche sehr viel älter: Der Grundstein wurde im Jahr 1236 nach der Eroberung der Stadt durch Ferdinand III. gelegt. Insgesamt entstanden in dieser Epoche zwölf christliche Kirchen, die über die gesamte Altstadt verteilt sind. Die Fertigstellung von San Nicolás de la Villa nahm mehrere Jahrhunderte in Anspruch.

Puente Romano

Ein Relikt aus der römischen Zeit ist die Puente Romano, eine steinerne Brücke mit 16 Bögen, die den Guadalquivir überspannt. Sie wurde um das Jahr 45 v. Chr. errichtet und ist nahezu in ihrem Ursprungszustand erhalten. Im Laufe der Jahrhunderte wurden allerdings verschiedene Elemente an dem antiken Bauwerk ergänzt, so findet sich heute in seiner Mitte etwa eine Statue des Erzengels Raphael, die aus der Zeit des Barock stammt. Auch die Mauren hinterließen ihre Spuren an der Puente Romano, an deren Erhaltung und Renovierung sie im Mittelalter maßgeblich beteiligt waren. Am Ende der antiken Brücke befindet sich ein Turm, der heute als Museum genutzt wird.

Feiertage und bekannte Persönlichkeiten

Neben seinen historischen Bauwerken ist Córdoba besonders berühmt für seine drei großen Straßenfeste, die alle im Mai stattfinden. Die Feria de Mayo am Anfang des Monats dauert jedes Jahr drei bis vier Tage und bietet eine einzigartige Gelegenheit, die lokale Kultur und Küche kennenzulernen.

Nur wenige Tage später findet die Feria de Patios statt, während derer viele private Häuser ihre Türen für den Publikumsverkehr öffnen und an einem Wettbewerb um den schönsten Innenhof teilnehmen. Die Veranstaltung bringt einzigartige Möglichkeiten mit sich, die historische Altstadt auch aus weniger bekannten Perspektiven zu besichtigen und einen Blick ins Leben der Einwohner zu werfen. Ein weiteres großes Straßenfest findet am Ende des Monats statt.

Wegen seiner wechselhaften Geschichte wurde Córdoba zur Heimat und Wirkungsstätte zahlreicher bedeutender Persönlichkeiten. In der römischen Zeit lebten hier unter anderem Seneca der Ältere und Seneca der Jüngere, die beide in Córdoba geboren wurden; auch der Dichter Lukan stammt aus der Stadt. Während der maurischen Besatzung wirkte hier Abbas ibn Firnas, ein bedeutender Dichter der arabischen Sprache. Für die spanische Literatur wiederum ist Luis de Góngora von besonderer Bedeutung, der 1561 in Córdoba geboren wurde. Im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert wirkte der Maler Julio Romero de Torres in der Stadt, dem heute auch ein sehenswertes Museum gewidmet ist.

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