Gibraltar

Gibraltar

Das britische Überseegebiet Gibraltar zeichnet sich durch eine interessante Geschichte aus. Die erste Festung wurde ca. 1160 errichtet und zu einem späteren Zeitpunkt auf den Namen Moorish Castle getauft.

Der Islam herrschte über das Land, bis es 1492 zur Reconquista kam. Von großer Bedeutung war die Schlacht von Gibraltar. Sie fand am 25.05.1607 im Rahmen des Achtzigjährigen Krieges statt und hatte die Vernichtung einer spanischen durch eine niederländische Flotte zur Folge.

1704 eroberte der Habsburger Prinz Georg von Hessen-Darmstadt das Land, welches neun Jahre später im Vertrag von Utrecht an die Briten abgetreten wurde und bis 1830 als britische Kronkolonie fungierte. Philipp V. von Spanien belagerte das heutige Überseegebiet mit seinen Truppen während des Englisch-Spanischen Krieges in den Jahren 1727 bis 1729. Der Great Siege zwischen 1779 und 1789 war der letzte Versuch einer Rückeroberung seitens der Spanier und Franzosen.

Sehenswürdigkeiten

Fels von Gibraltar

Der Fels von Gibraltar ist das Wahrzeichen des kleinen Stadtstaates am Atlantik. Dabei handelt es sich um einen Fels, der aus monolithischem Kalkstein besteht und den größten Teil von Gibraltar ausmacht. Die größte Touristenattraktion des Landes ist auf der ganzen Welt bekannt und erfreut sich bei zahlreichen Urlaubern aus verschiedenen Regionen großer Beliebtheit.

Affen von Gibraltar

Der Fels ist größtenteils fester Bestandteil des Naturschutzgebietes und gleichzeitig die Heimat von mehr als 250 Berberaffen, die in dieser Umgebung ihren Lebensraum gefunden haben. Dieser Fels ist eine der beiden Säulen von Herakles aus dem Altertum. Das Weltbild aus der damaligen Zeit besagt, dass das Himmelszelt auf diesen Säulen ruht.

Die wahre Herkunft der Berberaffen ist ein Thema, das in Gibraltar immer wieder diskutiert wird. Es wird vermutet, dass sie ursprünglich aus Marokko stammen und von Menschen über den Atlantischen Ozean nach Gibraltar gebracht wurden. Auf der anderen Seite gab es Berberaffen auch in Mittel- und Südeuropa. Es ist also nicht sicher, ob es sich um afrikanische oder europäische Tiere handelt.

Gorham-Höhle

Ein Tagesausflug zur Gorham-Höhle, die sich im Küstengebirge befindet, ist mit Sicherheit eine Bereicherung für jeden Urlaub in Gibraltar.

Als archäologische Fundstelle ist sie von großer Bedeutung für den Stadtstaat und aus diesem Grund sehr interessant für alle, die ein Faible für die Steinzeit haben. Neandertaler wohnten mehrere Jahrtausende in dieser Höhle und hinterließen zahlreiche Erinnerungen an diese einzigartige Zeit. Gegenstände für den handwerklichen Gebrauch und alte Arbeitsgeräte gehören ebenso dazu wie Knochen von Menschen und Tieren. Sogar Essensreste aus der Steinzeit kamen im Laufe der Jahre zum Vorschein. Insgesamt gibt es in der näheren Umgebung des Felsens acht archäologische Fundstätten mit Hinweisen auf die Neandertaler.

St. Mary the Crowned

St. Mary the Crowned ist die Schutzherrin der römisch-katholischen Kathedrale von Gibraltar. Die Bischofskirche des katholischen Bistums zeichnet sich durch eine abwechslungsreiche Geschichte und eine außergewöhnliche Architektur aus. In der maurischen Phase wurde eine Moschee erbaut, die später von der Kathedrale abgelöst wurde. Die Ausstattung des Innenraums stammt aus der italienischen Renaissance und zieht die Besucher auf Anhieb in ihren Bann. Die äußere Fassade und der Glockenturm sind typisch für den spätbarock-klassizistischen Stil und ziehen immer wieder die Blicke der Urlauber auf sich. Die Kathedrale befindet sich an der Main Street, die zwecks Einkauf von Tabakwaren zu günstigen Preisen und steuerfreien alkoholischen Getränken von Touristen sehr gerne in Anspruch genommen wird.

Europa Point

Der Europa Point ist das südliche Ende der Iberischen Halbinsel. Er verfügt über mehrere Sehenswürdigkeiten, die für die meisten Touristen in Gibraltar von großem Interesse sind. Der Leuchtturm stammt aus dem Jahr 1841 und heißt offiziell Gibraltar Trinity Lighthouse.

Heiligtum Unserer Lieben Frau von Europa

Ein weiteres Highlight ist die römisch-katholische Wallfahrtskirche Heiligtum Unserer Lieben Frau von Europa, die im Stadtstaat sehr verehrt wird und den Ruf eines Nationalheiligtums genießt. Maria, die Mutter Jesu Christi, ist die Patronin des Landes. Ein relativ neues Bauwerk in dieser Umgebung ist die Ibrahim-al-Ibrahim-Moschee, die in den 1990er-Jahren erbaut wurde. Die Einweihung erfolgte am 8. August 1997. In diesem Gebäude befinden sich u. a. eine Bibliothek, eine Schule und ein Hörsaal.

Berühmte Personen & Feiertage

John Galliano

Eine der bekanntesten Persönlichkeiten aus Gibraltar ist der Modedesigner John Galliano, der 1960 in diesem britischen Überseegebiet auf die Welt kam. Allerdings zog er bereits in seiner Kindheit mit den Eltern nach London und wuchs in der englischen Hauptstadt auf. Galliano ist einer der erfolgreichsten britischen Modedesigner aller Zeiten und war zuletzt für Christian Dior tätig.

Albert Hammond

Der Lebenslauf des Komponisten und Musikproduzenten Albert Hammond verlief im Vergleich mit Galliano in die andere Richtung. Er wurde 1944 in London geboren. Nur wenige Monate später verließen seine Eltern das Land und zogen mit ihren drei Kindern nach Gibraltar, den Ursprung ihrer Wurzeln. Seine größten Hits hatte er in den 1970er-Jahren. Als Komponist arbeitete er u. a. mit Whitney Houston, Céline Dion, Tina Turner und Tom Jones zusammen.

Nationalfeiertag

Am 10. September verwandelt sich Gibraltar regelmäßig in ein buntes Meer voller Farben. Der Nationalfeiertag ist das wichtigste Fest des Landes und wird dementsprechend zelebriert. Viele Einwohner schmücken ihre Häuser schön festlich mit rot-weißen Luftballons und bringen als Symbol ihrer Liebe zur Heimat eine Nationalflagge an. Jeder Ballon, der in die Luft entlassen wird, steht für einen Bürger von Gibraltar. An diesem Tag kleiden sich die Menschen überwiegend in den Nationalfarben und lassen sich von der positiven Stimmung ihrer Mitbürger nur zu gerne anstecken.

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